„Im Flamenco nutzen wir unseren Körper als rhythmisches Instsrument“, erklärt Ana Morales. „Er kann weich sein, er kann subtil sein, er kann stark sein, er kann laut sein, er kann leise sein, und er ist eine Möglichkeit, Energie bis zum Äußersten, bis an ihre Grenze zu bringen.“
In einem schlichten schwarzen Outfit, das Haar zu einem Knoten frisiert, verkörpert Morales das klassische Bild einer Flamenco‑Tänzerin, während sie und ihr Ensemble sich Bewegungen hingeben, die ein breites Spektrum an Stimmungen reflektieren – wobei jede Geste eine Vielzahl von Geschichten und Emotionen vermittelt. „Flamenco entstand aus dem Zusammenwirken vieler Kulturen zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt – nicht allein aus der Kultur der Roma, die sich in Andalusien niederließen, sondern aus allem, was dort damals geschah“, erklärt sie. „Durch den Flamenco eröffnet sich ein äußerst kraftvoller Weg, Emotionen auszudrücken, denn er entspringt dem Bedürfnis, durch seine Texte, seine Tänze und die Gitarre zu erzählen, was diesen Menschen widerfuhr und was sich in der Region ereignete.“
„Es ist diese tänzerische Tradition, die nicht nur ihre Art, sich in der Welt zu bewegen geprägt hat, sondern – so Morales – der eigentlichen Gestalt ihres gesamten Daseins Form verliehen hat.“
„Flamenco ist für mich eine Lebensweise“, sagt sie, „es ist eine Möglichkeit, meine Emotionen und Gefühle zu verstehen. Es ist nicht so, dass Flamenco mein Leben nicht verändert hat, sondern dass ich das Leben ohne Flamenco nicht verstehen könnte. Ein Leben ohne den Flamenco gab es für mich nicht.“